28.01.2014

Guten-Morgen-Erkältungstee.

Eine kleine Vorgeschichte: Im Dorf meiner Großeltern gab es eine Kräuterkundige – allgemein als “Tante Clara” bekannt – die für alle möglichen Leiden einen passenden Tee aus ihrem, im Garten selbstangebauten bzw. auf den Wiesen und in den Wäldern selbstgesammelten Kräutervorrat zusammenstellte. Ganz ähnlich also wie bei einem Besuch eines Heilkundigen in der traditionellen chinesischen Medizin.

Quasi die TTM - “Traditionelle Thüringer Medizin” :)

Zum Frühstück gab es für mich immer eine große Tasse vom Kräutertee, dessen genaue Zusammenstellung aber leider nicht mehr bekannt ist. Enthalten waren aber auf jeden Fall Fenchelsamen, Himbeer- und Brombeerblätter und eine milde Minze. Als ich dann älter wurde, kam auch ein Löffel Schwarztee pro Teekännchen mit dazu.

In dieser Tradition mache ich mir, wenn der Tag mit einer verstopften Nase, eine rauhen Stimme und Krabbeln im Hals beginnt, einen wirklich genießbaren Kräutertee, der mich dazu auch gut in Schwung bringt:

Für eine 1,5l-Kanne:

  • 1,5TL Schwarzer Tee (Ceylon)
  • 1 TL Fenchelsamen
  • 1/2 TL Anissamen
  • 1/2 TL Thymian
  • 2 TL Nane-Minze
  • Zucker

Das ganze in einen größeren Teebeutel geben, mit kochendem Wasser aufgießen und mindestens 7min ziehen lassen. Schmeckt heiß und kalt gut, wirkt heiß aber natürlich am besten.

Wer mag, kann die Fenchel- und Anissamen vorher etwas im Mörser zerstoßen, damit sich die ätherischen Öle in größerer Menge und schneller herauslösen.

23.09.2013

Mandelbrötchen.

Ein altes deutsch-jüdisches Rezept, perfekt zum Tee mit etwas Butter, Marmelade oder Honig. Schmeckt nach 1-2 Tagen aufgetoastet noch besser :)

Butter und Milch entfallen (meistens) in der kosheren Variante, wenn es z.B. als Nachtisch zu Fleischgerichten etc. serviert werden soll.

  • 250ml warmes Wasser oder Milch (ca. 40°C)
  • ca. 400g Weizenmehl 405
  • 1 Stückchen frische Hefe (42g)
  • 100g gemahlene Mandeln
  • 100g Walnusskerne (und/oder Rosinen, Cashews, Pistazien etc.)
  • 50ml Öl oder 50g Butter
  • 1 Ei
  • 2 Päckchen Vanillezucker
  • 3-4 gehäufte EL Zucker
  • 1/2 TL Salz
  • 2 TL Honig und etwas Wasser

Man bröselt die Hefe in die Backschüssel mit dem warmen Wasser, verrührt sie, bis keine Klümpchen mehr da sind. Dazu kommt 1EL Zucker und 1/3 bis 1/2 des Mehls, man verrührt es, bis sich ein sehr flüssiger Teig ergibt. Der muss dann anschließend ca. 30min an einem warmen Ort gehen, bis er mindestens seine Größe verdoppelt hat.

Anschließend gibt man zuerst das Salz, den Zucker, den Vanillezucker, das Öl/flüssige Butter und das Ei dazu und verrührt es gut, damit sich insbesondere das Salz gut verteilt. Anschließend kommen die die Mandeln, Walnüsse und zuletzt das Mehl dazu. Schön mit der Hand oder der Maschine durchkneten, bis der Teig glatt wird und sich vom Rand gut löst. Die Menge an Mehl hängt davon ab, wie die Teigkonsistenz gerade in der Schüssel ist. Sie sollte schön weich sein und sich problemlos vom Schüsselrand und der Hand lösen lassen, insofern sind die 400g eine ungefähre Angabe, können also auch 450g sein :)

Das ganze muss nochmal ca. 30min an einem warmen Ort gehen. In der Zwischenzeit heizt man den Ofen auf 200°C vor und bereitet in einer kleinen Schüssel aus dem Honig und dem Wasser (3-4 EL) den Honig für die Brötchen vor. Wenn der Teig schön gegangen ist, kurz nochmal durchkneten und dann kann man einfach zwischen Daumen und Zeigefinger die Brötchenstücke (je ca. 50-70g) abdrücken. Die formt man noch kurz mit den Händen, so dass sie oben glatt und unten geschlossen sind und legt sie auf ein Backblech mit Backpapier. Schließlich noch einmal kurz oben einschneiden, damit sie gleichmäßiger aufgehen.
Die Gesamtbackzeit ist ca. 20min bei 200°C (keine Umluft); nach ca. 10min Backzeit pinselt man das Honigwasser auf die Brötchen und schiebt sie wieder in den Ofen, damit der Honig etwas einzieht und eine Karamellkruste bilden kann.