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06.02.2013

Grüne Bohnensuppe.

Da grüne Bohnen bei uns im Haushalt häufiger mal “nachgefragt” werden, muss ich diese kräftige Bohnensuppe entsprechend häufiger mal “auflegen” :)

Prinzipiell gibt es 2 Varianten bei uns – einmal mit Kassler und einmal mit Rindfleisch, je nachdem, ob noch Brühe da ist (z.B. von einem Tafelspitz). Der Kassler wird kleingestückelt in der übriggebliebenen Brühe einfach nur gekocht, bis er gar ist, zuvor kommen Kartoffeln, Möhren, etwas Sellerie und natürlich die Bohnen dazu.

Im folgenden also die Variante “von Grund auf”:

Für 6 reichliche Portionen, etwa 90min Zubereitungszeit:

  • 1kg Rinderkochfleisch, z.B. Beinscheibe & Rinderbrust
  • 4 Stück Rindermarkknochen
  • 1 große Zwiebel
  • 750g Brechbohnen (Tiefkühlware oder frisch), grüne Bohnen oder Wachsbohnen
  • 6-7 Möhren
  • 6 große Kartoffeln
  • 6 Stängel Staudensellerie
  • 2 TL Oregano (oder Bohnenkraut)
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz
  • etwas schwarzer Pfeffer
  • 2 EL Olivenöl

In einem großen Topf brät man die Markknochen und das Fleisch bei großer Hitze im Olivenöl an, damit erhält man eine dunklere, kräftigere Brühe. Sind die Knochen und das Fleisch von beiden Seiten schön braun, gibt man die grob gewürfelte Zwiebel, zwei Möhren in groben Stücken und 2-3 Stengel vom Sellerie (bzw. 1/4 Knollensellerie) mit dazu und brät das Gemüse schön an. Dabei ab und an ümrühren, damit es nicht so anbrennt.

Dann gießt man mit Wasser auf, bis das Fleisch ca. 1cm bedeckt ist, gibt ca. 1TL Salz, 1 TL Pfefferkörner und das Lorbeerblatt dazu und lässt es nach dem Aufkochen bei mittlerer Hitze weiterwallen. Während sich anschließend der Duft langsam in der Wohnung ausbreitet, kann man schon das Gemüse putzen: Frische Bohnen kurz waschen, dann das Fädchen und den Stengel abpopeln und in mundgerechte Abschnitte zurechtschneiden, die Möhren und Kartoffeln schälen und kleine Scheibchen schneiden und die Selleriestangen ebenfalls stückeln.

Nach ca. 60-75min ist das Fleisch halbwegs weich (es darf aber noch nicht von allein zerfallen), man nimmt es jetzt heraus, stellt es kurz beiseite und schneidet es klein. Das Mark der Rinderknochen löst man mit einem Teelöffel heraus, wer deren feines Rindfleischaroma mag, kann es seinen Gästen als Vorspeise mit etwas Salz und frischem Schnittlauch auf etwas getoastetes Weißbrot reichen. Die Brühe gießt man durch ein Sieb in einen zweiten Topf (oder Schüssel und kippt sie dann wieder in den gesäuberten Ursprungstopf zurück) und gibt zuerst die Kartoffeln- und Möhrenstücke dazu, die ca. 20min köcheln müssen, um weich zu werden. Die Bohnen brauchen ca. 15min, um weich zu werden, entsprechend gibt man sie etwas später zusammen mit dem Fleisch, dem Sellerie und dem Oregano dazu. Später dann noch kurz mit Salz und Pfeffer abschmecken – fertig.

Als Beilage passen einfach ein paar Scheiben frisches Roggenbrot oder ein paar Käsecroutons (Toastscheiben mit Käse belegen und für 2min in die Mikrowelle, danach 2min Quartzgrill von oben und unten bzw. 2-3min in der Pfanne von unten anrösten, kleinschneiden, fertig).

09.01.2013

Tom Kha Kai – thailändische Hühnersuppe

Die freundlichen, frischen Farben dieser Suppe mag ich besonders jetzt im Winter, außerdem wärmt sie durch den enthaltenen Ingwer und Galgant auch prima von innen. Was bei plus 30°C schmeckt, kann bei -10°C auch nicht verkehrt sein ;) Übrigens soll Galgant sehr gut gegen Magenschmerzen helfen, wer sich also etwas eingefangen hat, dürfte einigermaßen froh über ein stärkendes Süppchen sein.

Für 6 große Portionen, Zubereitungszeit ca. 90min:

  • 1 frisches Brathühnchen, ohne Inneren
  • 2 Dosen (je 425ml) Kokosmilch
  • 1 Zwiebel
  • 5 Möhren, gerne auch eine Petersilienwurzel
  • 1/2 Stangensellerie
  • 1 Zucchini
  • 3 bunte Paprika
  • wer mag, eine Handvoll Shiitake-Pilze (2h vorher eingeweicht) oder frische Champignons
  • 2 Stängel Zitronengras, nicht ganz so alt & hart
  • 8-10 frische Curryblättchen
  • 2 Lorbeerblätter
  • 2 scharfe, aromatische Chilis, kleingeschnitten
  • ca. 7cm Ingwer, in kleine Fädchen geschnitten
  • 3-4 Knoblauchzehen, kleingehackt
  • Tom Kha-Paste (enthält Zitronengras & Galgant), lässt sich natürlich auch frisch aus den beiden Zutaten herstellen, falls man einen brauchbaren Gemüseladen in der Nähe hat: 7cm Galgant (wird auch Galanga genannt) in dünne Fädchen geschnitten oder gerieben, 4 Stängel Zitronengras (einmal längs durchschneiden)
  • wer mag, 1/2 TL Kurkuma zur Färbung
  • Salz oder Fischsauce
  • als Deko einfach ein paar Blättchen vom Zitronenbäumchen, ein paar frische Korianderblätter und/oder ein paar Segmente vom Zitronengras

In einem großen Topf wird zuerst das Hühnchen, mit kaltem Wasser knapp bedeckt, zusammen mit etwas Salz, der geviertelten Zwiebel, den Lorbeerblättern und 1-2 Möhren zum Kochen gebracht und schließlich für ca. 60-75min bei mittlerer Hitze weichgekocht.

In der Zwischenzeit kann man sich um das Gemüse kümmern – einfach alles schön Löffelgerecht kleinschneiden. Der Ingwer wird geschält, dann in dünne Scheiben geschnitten und diese schließlich in kleine Streifchen, der Galgant wird einfach nur in dünne Scheiben geschnitten (Galgant wird nicht unbedingt mitgegessen, lässt sich so leichter herausfischen).

Wenn das Hühnchen gar ist – man also den Knochen locker aus dem Hühnerbein ziehen kann und ein Schnitt in die Hühnerbrust keine rötlichen Stellen mehr offenbahrt – nimmt man es heraus, stellt es zum Abkühlen beiseite und gießt die Brühe durch ein Sieb.

In den nun leeren großen Topf gießt man ein wenig Öl und brät bei großer Hitze die Chilistücke, Ingwer, Galgant und den Knoblauch an, bis alles ein bisschen Farbe bekommt und sich in den Zimmern der Wohnung der Duft verbreitet :) Anschließend löscht man mit der Kokosmilch und etwas Brühe ab. Nutzt man statt Zitronengras und Galgant die fertige Tom-Kha-Paste, ist das jetzt der Zeitpunkt, um etwa 3-4 TL davon in die Flüssigkeit einzurühren. Anschließend fügt man das Gemüse dazu – zuerst die Selleriestückchen, die Möhrenstücke, Petersilienwurzel, ggf. die Pilze, später dann die nur wenig Kochzeit benötigenden Paprika und Zucchini. Von der Brühe gießt man ab jetzt einfach nach Bedarf auf, wer mag, kann jetzt auch die frischen Curryblätter und zur leichten Gelbfärbung das Kurkuma beigeben.

Das Gemüse braucht maximal 10min, um gar zu sein, ohne dabei seine Farbe zu verlieren. In dieser Zeit löst man das abgekühlte Hühnchen aus, schneidet die Fleischstücke löffelgerecht und fügt sie gleich der Suppe mit hinzu. Anschließend einfach noch mit Salz, Sojasauce oder Fischsauce abschmecken und dekorieren – fertig.

Wer gerne Nudeln in der Suppe möchte – für 2min in warmen Wasser eingeweichte Glasnudeln passen prima mit in die Schüssel. Ansonsten würde ich als Beilage einfach etwas frisches Weißbrot oder eine extra Schüssel Soba-Nudeln mit ein wenig Sojasauce empfehlen.

01.12.2011

Markklößchensuppe.

Ich gebe es ja zu – es gibt wirklich wärmere Plätzchen, als beim Schlittenhunderennen sechs Stunden an der Rennpiste zu stehen und das Rennen zu fotografieren. Da mag es zwar drinnen etwa 40°C wärmer sein, aber eben nicht so schön :)

schlittenhunderennen

Wenn man also so bei 50cm Schneetiefe entlang der Piste in seinen verschiedenen Fotografenlöchern herumstapft, braucht man etwas, was auch von innen warm hält. Der Glühwein aus Thermoskannen, der von und mit den freiwilligen Rennhelfern geteilt wird, ist schonmal ein guter Anfang, aber am besten wärmt der Inhalt der zweiten Thermoskanne: Eine heiße Rinderbrühe mit Markklößchen.

Für etwa 2 Thermoskannenfüllungen (oder etwa 6x Vorsuppe):

  • 1,5kg Rindermarkknochen
  • wer das Aroma mag: 1 schönes Stück Ochsenschwanz
  • 2 große Zwiebeln
  • 1/4- 1/2 Selleriekopf
  • 3 große Möhren
  • 1 Petersilienwurzel oder ein Sträußchen Schnittpetersilie
  • nach Belieben 2-3 Guindillas (getrocknete rote Chilis, sehr scharf)
  • Salz
  • 1 Ei
  • 2 eingeweichte alte Semmeln
  • 150-200g Semmelbrösel
  • geriebene Muskatnuss
  • nach Belieben Sherry oder Portwein

In einem großen Suppentopf brät man, ggf. mit etwas Fett als “Kontaktmittel”, zuerst einmal die Markknochen beidseitig für je 5min scharf an, so dass sich das Fett aus dem Mark langsam zu lösen beginnt. Ebenso verfährt man mit dem Stück Ochsenschwanz, dass nach dem Anbraten wirklich knusprig sein muss. Anschließend fügt man die grob gewürfelte Zwiebeln dazu, die ruhig auch etwas Farbe bekommen können – aus ihnen entsteht dann auch die leicht dunkle Farbe der Brühe. Nun kommen noch die Möhren-, Petersilienwurzel- und Selleriestückchen sowie Salz und die Chilis dazu, das Ganze wird mit etwa 2,5-3l Wasser aufgegossen. Nachdem die Brühe etwa 90min geköchelt hat, fischt man die Knochen heraus und gießt den Rest durch ein engmaschiges Sieb.

Aus den Markknochen puhlt man das Rindermark heraus (vorsichtig, es dürfen keine Knochensplitter dabei sein), das man umgehend in eine kleines Stielkasserolle gibt und dort mit einem Schneebesen kleindrückt und für etwa 5min ausbrät. Man nimmt die Kasserolle vom Herd und schlägt den Inhalt mit dem Schneebesen etwas schaumig. Nun gibt man die gut ausgedrückte eingeweichte Semmel und die Semmelbrösel dazu und reibt etwas frische Muskatnuss dazu. Damit die Klößchen nicht ihre Konsistenz verlieren, schlägt man ein Ei in den nicht mehr heißen Klößchenteig. Alles gut verrühren, ggf. mit Salz abschmecken; wer mag, kann auch noch gehackte Petersilie mit unterrühren. Mit einem Teelöffel oder einfach 2 nassen Fingern formt man jetzt daraus die Markklößchen – vom Durchmesser her etwa wie ein 1- oder 2€-Stück. Die Klößchen lässt man anschließend etwa 4-5min an der Luft abtrocknen.

Unterdessen kocht man die abgegossene und vom Großteil des Fetts befreiten (einfach mit dem Schöpflöffel abschöpfen) Brühe erneut auf und fügt einen Schuss Sherry, Portwein oder eben Rotwein dazu. Danach wirft man die Klößchen vorsichtig in die auf geringster Stufe ziehende Brühe und lässt sie noch etwa 5min darin.

Die Suppenteller- oder Schüsseln mit etwas Petersilie auskleiden, die Suppe hinein - fertig. Und Papa oder Opa bekommt das Stück Ochsenschwanz (10min vor dem Servieren nochmal unter den Grill legen) zum Abknabbern ;)

06.03.2011

Borschtsch.

Eigentlich mehr ein Herbst-/Wintergericht, aber schmeckt auch beim derzeitigen Sonnenschein gut :) Früher mal sowas wie eine Vorsuppe oder ein Abendbrot, kann man ihn z.B. mit Kartoffeln auch zu einem Hauptgericht ausbauen.

Wichtig ist es, frische rote Beete zu nehmen (alternativ die eingeschweißte gekochte, ungesäuerte Rote Beete aus dem Supermarkt und eine Flasche Rote-Beete-Saft aus dem Russenladen), nur dann wird es so richtig rot und gesund.

borschtsch

Für etwa 14 Portionen (der Rest kann eingefroren werden)

  • 2kg Rindfleisch (Kochfleisch)
  • 700g Rindermarkknochen
  • 1 Packung Zwillings-Bauchspeck oder ein 300g-Reststück vom Schinken
  • 1 Weißkrautkopf, etwa 800-1000g
  • optional 1kg festkochende Kartoffeln
  • 1/2 Selleriekopf
  • 8 Möhren
  • 4 große Zwiebeln
  • 4-6 große rote Beete (alternativ etwa 8 kleinere gekochte Beeten und 500ml Rote Beete-Saft)
  • 1 große Dosen Tomaten oder 200ml Tomatenmark
  • Salz
  • Pfeffer
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 1-2TL getrockneter Estragon oder etwa 10 Zweige frischer Estragon
  • 3 TL Kerbel

zum Garnieren:

  • 200ml Saure Sahne oder Schmand
  • einige Zweige frischer Dill
  • Zitronenspalten oder Sauerampfer
  • Salzgurken

Aus dem Fleisch, den Knochen, einem 1/4 Selleriekopf, 3 Möhren und 2 Zwiebeln bereitet man in einem sehr großen Topf eine kräftige Brühe. Das Fleisch sollte nach 90-120min weich sein.

In der Zwischenzeit schneidet man den Bauchspeck in kleine, längliche Stückchen, und brät ihn in einem mittleren Topf scharf an. Währenddessen schält man die Rote Beete, schneidet sie schön klein – Streifen oder Würfel und schwitzt sie zusammen mit den übrigen beiden Zwiebeln (gewürfelt) im Topf mit dem Speck an. Wenn die Zwiebelstückchen weich sind, stellt man die Temperatur zurück und lässt den Inhalt langsam für etwa eine Stunde vor sich hin köcheln.

Nimmt man die gekochte rote Beete aus dem Supermarkt, muss die Rote Beete nur noch kurz mit Speck und Zwiebeln zusammen erhitzt werden.

Ist das Fleisch weich, nehmen wir es heraus, gießen die Brühe durch ein Sieb in einen großes Gefäß ab, das wir danach gleich wieder in den großen Topf umgießen. Das Fleisch decken wir mit Alufolie auf einem Teller ab. In der klaren Brühe lassen wir nun den kleingeschnitten (maximal in Löffelgröße, ohne Strunk) Weißkohl und den ebenfalls kleingeschnittenen restlichen Sellerie und die Möhren nun für mindestens 30, besser 45min langsam ziehen. Wer Kartoffeln im Borschtsch haben möchte, schält diese und schneidet sie in nicht zu kleinen Würfel in die Brühe hinein. Die kleingeschnittenen Dosentomaten bzw. das Tomatenmark fügt man zusammen mit dem Rosmarin und dem Kerbel dem in der Entstehung befindlichen Eintopf dazu - Ziel ist es, dass der Suppenlöffel aufrecht stehenbleibt.

Wenn die Gemüse angenehm weich sind, schneidet man das Fleisch klein und gibt es zusammen mit der Rote Beete-/Speck-Mischung zur Suppe dazu und lässt es noch für ca. 15min köcheln. Kurz vor dem Servieren lässt man das Sträußchen Estragon für 5min mitziehen.

Borschtsch serviert man am besten in kleinen Schüsseln, garniert mit 2-3TL Schmand oder Saurer Sahne und 1-2 Zweigen frischen Dill. Wer mag, kann ihn sich mit Zitronensaft bzw. Sauerampfer und einer Salzgurke noch etwas säuern. Falls der Borschtsch ohne Kartoffeln ist, passt einfaches Roggenbrot am besten dazu.

Nach mehrmaligem Erwärmen und Abkühlen schmeckt der Borschtsch übrigens am besten ;)

10.09.2010

Kartoffelsuppe - mit Bockwurst natürlich.

Ein ganz einfaches, schnelles Rezept - ideal, wenn man mal wieder etwas Brühe übrig hat.

kartoffelsuppe

Ausreichend für 4 Personen mit ausreichend Nachschlagreserve:

  • 2-2,5l selbstgemachte Rinderbrühe (aus 1-2kg Kochfleisch mit Knochen, 2 Zwiebeln, 4 Möhren, 1/4 Sellerie, Salz, Pfeffer)
  • 4-6 Bockwürste oder entsprechend viele Wiener od. Frankfurter Würstchen; alternativ 700-1000g Kassler
  • nach Wunsch: 125g Schinkenwürfel
  • 1kg Kartoffeln
  • 5 Möhren
  • 1/4 Selleriekopf
  • 2 Lauchstangen od. Frühlingszwiebeln
  • 4 rote Paprika
  • nach Wunsch auch noch andere Gartengemüse wie Grüne Bohnen, Blumenkohl, Zucchini, Kohlrabi, Petersilienwurzel usw.
  • 1-2 Chili
  • Salz
  • 2 TL Oregano (frisch od. getrocknet)
  • 1/4 TL Estragon od. 1 TL Kerbel (frisch od. getrocknet)
  • 1 Zweig Rosmarin
  • frische Schnittpetersilie zum Dekorieren

Die Kartoffeln schält man und schneidet sie in kleine Würfel, genauso verfährt man mit dem Sellerie. Beides bringt man in der Rinderbrühe zum Kochen. Nach etwa 15-20min kann man mit einem Pürieraufsatz für den Mixer oder einem "Zauberstab" die Kartoffeln und den Sellerie schön in der Brühe pürieren. In diese dünnflüssige "Pampe" gibt man nun die in dünne Scheiben geschnittene Möhre und das restliche Gemüse – also den in Ringe geschnittenen Lauch, die Chili- und Paprikastückchen, Zucchini, Grüne Bohnen hinein, die Kräuter ebenso…. Nach etwa 8-12min ist das “Grünzeug” ;) gar, hat aber noch Farbe.

Wer mag, kann jetzt noch eine Handvoll rohe oder zuvor in der Pfanne ausgelassene Schinkenwürfel dazugeben. Man schmeckt zuguterletzt noch schnell mit Salz ab, bevor man diese wunderbar herbstliche Suppe samt der Wurst (ganz oder in Scheibchen) auf dem Teller anrichtet und mit etwas Petersilie dekoriert.

Man kann diese Suppe natürlich auch in doppelt gebackenen (also sehr krustigen) Brotlaiben oder heiß ausgespülten Kürbissen servieren, um den saisonalen Bezug für die Mitesser etwas weniger subtil herauszustellen ;)

Vegetarier ersetzen natürlich die Rinderbrühe mit reiner Gemüsebrühe und die Würstchen mit entsprechenden Tofu-Imitaten von Tricatel ;)

23.01.2010

Linsensuppe mal anders.

Linsensuppe sieht ja durch die bei uns traditionell verwendeten Linsensorte immer ziemlich dunkel aus - hell- bis dunkelbraun, nicht so 100% optisch ansprechend. Besonders eklig sind die Dosensuppen, die gar mal ins Grau umschlagen und genauso schmecken.

Dabei gibt es viele verschiedene Linsensorten, die wesentlich leckerer aussehen und sich geschmacklich nicht von den üblichen Teller-Linsen unterscheiden. In normalen Supermärkten kann man z.B. die roten Linsen kaufen. Diese sind bereits geschält, zerkochen also schneller und liegen nicht gar so schwer im Magen.

Das folgende Rezept für eine Rote Linsensuppe (in Wahrheit ist sie gelb) ist ganz einfach zubereitet, sieht mit dem Gemüse und dem hellroten Kassler richtig frisch aus und besitzt trotzdem den leckeren Geschmack von Muttis Linsensuppe. Durch das verwendete, recht magere Kasslerkotelettstück ist es auch nicht so extrem schwer.

Für einen Topf (3-4l, 6-8 Portionen) benötigt man:

  • 2l Fleischbrühe (echte selbstgemachte, nicht diesen Industriemüll)
  • 1,5kg Kasslerkotelettstück mit  Knochen
  • 500g rote Linsen
  • 750g Suppengemüse (gefroren oder frisch geschnippelt - Lauch, Möhren, Sellerie, Kohlrabi, Petersilienwurzel)
  • 500g Salzkartoffeln vom Vortag
  • Salz, schwarzer Pfeffer
  • Sambal Oelek
  • 1 TL Zucker
  • ggf. etwas würzigen Essig

Falls man keine Fleischbrühe zur Hand hat (bspw. von einem Tafelspitz übriggeblieben), kann man sie in etwa anderthalb Stunden zubereiten: 1kg Rindermarkknochen, ein schönes Stück Kochfleisch wie z.B. Beinscheibe, 1 große Zwiebel, 3 große Möhren, ein ganzes Selleriegrün oder 1/4 Sellerieknolle zusammen mit Salz und Pfeffer auskochen.

Die Fleischbrühe füllt man in einen großen Topf und gibt das ausgelöste und grob zerteilte Kassler inkl. des Knochens dazu. Das Kassler sollte bis oben hin bedeckt sein, ggf. schüttet man etwas Wasser nach. Die Kochzeit dafür beträgt etwa eine Stunde, bis das Kassler halt gar ist und sich leicht vom Knochen lösen lässt. Das Fleisch und den Knochen entnimmt man und schneidet es klein bzw. popelt die Fleischstücke mit einem kleinen Messer vom Knochen.

In die kochende Brühe gibt man nun die roten Linsen und lässt sie einmal stark aufwallen, bevor man den Herd auf mittlere Hitze zurückschaltet. Nach etwa 10min gibt man das feingeschnittene Suppengemüse, die kleingeschnittenen Kartoffelstückchen, etwa 1TL Sambal Oelek und 1TL Zucker dazu. Zwischendrin das Rühren nicht vergessen, weil es sonst gerne anbrennt. Das Gemüse braucht etwa 10min, bis es gar ist, aber noch eine appetitliche Farbe hat. Das kleingeschnittene Fleisch kommt kurz vor Ende wieder dazu, anschließend schmeckt man noch mit etwas Salz oder Sojasoße und Schwarzem Pfeffer bzw. Sambal ab.

Wer sich die Suppe etwas säuern will, kann noch einen milden, aber würzigen Essig hinzufügen - oder besser mit auf den Tisch stellen, denn jeder hat da individuelle Vorlieben.

Mit etwas frischer Petersilie oder Kerbel bestreut sieht dann unsere Rote Linsensuppe gar nicht mehr nach dem fiesen grau-braunen Matsch aus der Kantine aus, der ja eigentlich nur eine Ausrede ist, um endlich mal wieder eine leckere Bockwurst zu essen :)

16.10.2009

Eine einfache Rindfleischsuppe mit Griessklöschen.

Die Temperaturen draußen fallen weiter - mit diesem Suppenrezept verfällt man aber garantiert nicht mit in Kältestarre.

Für 10-12 Portionen (man hat einmal die Matzerei, den Rest friert man portionsweise ein und nimmt es mit ins Büro) braucht man

  • eine große oder 2 kleinere Rinderbeinscheiben
  • 1kg Rinderbrust (man kann auch mehr nehmen und das dann z.B. mit Meerrettichsoße wie einen Tafelspaitz servieren. Oder davon einen "Reuben Sandwich" bauen...)
  • 2 Zwiebeln
  • 4 dicke Möhren
  • 2 Petersilienwurzeln
  • 1-2 trockene Chilischoten
  • 1/2 Selleriekopf oder das komplette Selleriegrün
  • 1 Bund großblättrige Petersilie
  • 750g Suppengemüse gefroren oder frisch aus Möhren, Kohlrabi, Sellerie, Lauch usw.
  • 1/4l Milch
  • 1 EL Butter
  • 100g Grieß (möglichst weißer Weichweizengrieß)
  • geriebene Muskatnuss
  • 10-15 Pfefferkörner, 6 Pimentkörner
  • Salz
  • ein Schluck kräftigen trockenen Rotwein, Port oder Sherry

Man nimmt einen großen Topf (4-5l) und füllt ihn zu etwa 2/3 mit Wasser und stellt ihn auf den Herd. Man legt nun die Rinderbeinscheibe, die Rinderbrust, die geschälten und geviertelten Zwiebeln, Chilis, die geschälten und grob zerteilten Möhren sowie die Petersilienwurzeln, dazu noch den Sellerie bzw. das Selleriegrün ins Wasser. Dazu kommen noch der Pfeffer, das Piment und Salz. Das alles kocht man bei mittlerer Hitze mindestens eine, besser anderthalb Stunden, bis das Fleisch eben schön weich ist.

Gegen Ende der Kochzeit kann man schon die Grießklöschen oder die "Grießnockerln" zubereiten: 1/4l Milch kocht man zusammen mit der Butter, 1 TL Salz und etwas geriebener Muskatnuss auf, bevor man die 100g Grieß unter ständigem Rühren einstreut. Sollen die Grießklöschen etwas gelblich werden, kann man 1-2 Eigelb mit unterrühren. Die zunehmend massivere Masse muss 2-3min aufkochen (Rühren!), bevor man sie vom Herd nimmt. Mit einem Teelöffel sticht man nun kleinere Mengen davon ab und formt sie in der in kaltes Wasser getauchten Hand zu kleinen, festen Kügelchen. Wie groß? Mhm, so groß eben, wie die Schnäbelchen eben gewachsen sind :)

Das Fleisch nimmt man zum Abkühlen heraus, bevor man die Suppe durch ein Sieb in einen anderen Topf gießt. Will man eine besonders klare Brühe haben, legt man das Sieb vorher mit einem sauberen Stofftuch aus. Hat man mehr Brühe bekommen als nötig - wunderbar. Tupperware auf und ab in den Gefrierschrank (nachdem die Brühe kalt ist, klar). Echte Brühe, nicht diesen Instantkram, braucht man immer mal wieder.

Das mitgekochte Gemüse kann man nun herausnehmen und wegwerfen - da ist keinerlei Eigengeschmack mehr drin, alles ist in der Brühe. Als Gemüseeinlage nehmen wir daher frisches, feingeschnittenes Suppengemüse, das nur etwa 10-12min ziehen muss. In der Zwischenzeit schneiden wir das Fleisch klein (Knorpel und Fett weg, wir leben nicht mehr im Jahr 1944). Wenn man mehr Fleisch gekocht hat, als nötig war, schmeckt erstens die Brühe intensiver und zweitens hat man mit dem Fleisch eine erstklassige Grundlage für ein weiteres Essen - Rindfleisch mit Meerrettichsoße etwa, oder Couscous mit Gemüse und dem in Scheiben geschnittenen Fleisch.

Ist das Gemüse gar, fügt man wieder die Fleischstückchen und die Grießklöschen dazu. Anschließend kommt noch ein Schluck Rotwein bzw. wenn es sich nicht so dunkel verfärben soll, Sherry hinein. Zum Abschmecken reichen Salz und ggf. etwas Pfeffer aus.

Von der gehackten Petersilie streut man etwas in die Servierteller bzw. in die bereits volle Terrine.

03.10.2009

Balinesische Fischsuppe.

Nicht gerade die traditionelle Thüringer Küche, ich weiß, aber sie sieht gerade in der trüben Jahreszeit toll aus, schmeckt sehr gut und ist schnell zubereitet. Außerdem verbraucht sie schön die Reste, die sich hier in Eis- und Kühlschrank so ansammeln.

Für ein einigermaßen verfressenes Pack aus 4-6 Leuten braucht man

  • 1-1,5l Fischfond (am einfachsten Selbermachen und einfrieren, wenn man mal einen großen Fisch im ganzen kauft, filetiert und die Reste dann mit Salz, Lorbeerblatt, 2 Zwiebeln, ein paar Möhren und Sellerie für 30min auskocht)
  • 800g-1000g verschiedene Fischfilets und Meeresfrüchte - hier im Eisschrank sammeln sich dank einer mit Fisch verwöhnten Miezekatze immer wieder verschiedene, halbleere Beutel TK-Fisch an - 3 Sorten Fisch (Wildlachs, Rotbarsch und irgendein Buntbarsch z.B.) und eine Handvoll Krabben sind ideal
  • 250g Glasnudeln
  • 2 Dosen (je 420ml) Kokosmilch
  • 200g Schinkenwürfel
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 250g frische grüne Bohnen
  • 2-3 rote Paprika
  • 3 Möhren
  • eine Handvoll Erdnüsse
  • 5cm Ingwer
  • 4 grüne Chillies
  • 3 EL Fischsauce
  • 1 EL helle Sojasauce
  • 2 Knoblauchzehen
  • ein Stengel frische Curryblätter
  • 1/2 Bund Koriandergrün
  • 1 Stengel Zitronengras
  • 2 EL Tomatenmark
  • Erdnußöl

Ok, zuerst putzt und schnippelt man das Gemüse: die Möhren und Parika in dünne, längliche Stäbchen von etwa 3-4cm Länge, die grünen Bohnen in etwa gleichlange Stücke. Danach schält man den Ingwer sowie den Knoblauch und schneidet beide in kleine Würfelchen von etwa 1mm Kantenlänge. Anschließend werden die Chillies längs aufgeschnitten, mit einem Teelöffel die Kerne herausgekratzt und dann die Hälften kleingehackt. Jetzt fehlen nur noch die Frühlingszwiebeln, die geputzt, gewaschen und in kleine Ringe geschnitten werden. Mit dem Zitronengras verfährt man ähnlich - der weiße, nicht holzige Teil wird in ultradünne Ringe geschnitten.

In einem Wok oder einem großen Topf wird nun das Öl erhitzt. Man fügt zuerst die Schinkenwürfel, den Ingwer, die Chillies, den Knoblauch und die Frühlingszwiebeln dazu. Das lässt man ein paar Minuten vor sich hin braten, bevor man die Möhren, die Bohnen und das Zitronengras dazumischt. Nach wiederum 3-4min würzt man das ganze mit der Fischsauce und der Sojasauce etwas, bevor man den Fischfond und die Kokosmilch aufgießt. Danach rührt man das Tomatenmark unter und legt den Zweig Curryblättchen mit hinein. Die in etwa 5-6cm große Stücke geschnittenen Fischfilets, die Krabben und der Paprika kommen jetzt dazu. Der Fisch muss etwa 5min kochen gelassen werden, dann ist die Sache gut und wird nur noch grob abgeschmeckt. Abschließend legt man die vorher kurz eingeweichten Glasnudeln entweder mit in den Wok oder gleich in die Teller oder Schüsseln, bevor man die heiße Suppe einschenkt.

Als Garnitur bestreut man die Fischsuppe mit dem frischen Koriandergrün und den grob gehackten Erdnüssen.

Soll die Fischsuppe nur als Vorsuppe dienen, lässt man die Glasnudeln einfach weg.

24.09.2009

Eine einfache Hühnersuppe.

Das "Jewish Penicillin" - ideal, wenn der Partner/die Partnerin mal wieder "leidet" und aus dem Bett krächzt. Die medizinisch wirksame Komponente dürfte vermutlich der Wodka bzw. der Wein darin sein ;)

Ausreichend für 6-8 Leute. Oder 4 verfresshungrige Leute.

  • 1 frisches oder gefrorenes Huhn, etwa 1400g - ohne Innereien. Kann ruhig eine ältere Dame sein... :)
  • je nach Jahreszeit ein komplettes Selleriegrün oder einen halben Sellerie
  • 5 dicke Möhren
  • 2 Petersilienwurzeln
  • 2 große Zwiebeln
  • 2 Lorbeerblätter
  • 10 Pimentkörner
  • 1 Zweig Rosmarin
  • 1 frische oder getrocknete Chili
  • Salz
  • 1/2 TL Zucker
  • ggf. etwas helle Sojasauce
  • 60-80ml Wodka oder ein Glas Weiß- bzw. Rotwein
  • etwa 700g kleingeschnittenes Suppengemüse - entweder gefroren oder frisch aus feineren Möhren, Sellerie, Porree, Kohlrabi, Erbsenschoten usw.
  • je nach Hunger etwa 400g schmale Suppennudeln, Buchstabennudeln o.ä. (dann aber auf entsprechend mehr Brühe achten)

In einen großen Topf (5l Minimum) legt man das gewaschene Huhn, die geschälten und geviertelten Zwiebeln, die Möhren, den geschälten und grob zerteilten Sellerie bzw. das gründlich gewaschene Selleriegrün und die geschälten Petersilienwurzeln zusammen mit den Lorbeerblättern, Rosmarinzweig, Piment und der Chili in den Topf und bedeckt das ganze mit Wasser. Hinzu kommt etwa 1EL Salz. Deckel drauf, das ganze lässt man kurz aufkochen und dann ungefähr eine Stunde weiterköcheln, also so, dass sich das Fleisch ganz leicht von den Knochen lösen lässt. Die eine Stunde gilt für en junges, zartes Brathühnchen (erkennbar an der auf dickes Brustfleisch und dicke Schenkel gezüchteten Form), ein Suppenhuhn (schmale Brust, dünne Beine) braucht durchaus mal 3-4 Stunden, bis das Fleisch halbwegs weich ist.

Die bleiche Hühnerleiche nimmt man dann heraus und lässt es 10min auf dem Balkon oder am Fenster abkühlen, bevor man ans Zerlegen geht: Haut abziehen, das Fleisch vom Knorpel und Knochen entfernen und dann je nach Wunsch entsprechend kleinschneiden.

In der Zwischenzeit nimmt man einen zweiten Topf und gießt die Brühe durch ein Sieb. Will man eine sehr klare Brühe erhalten, kann man das Gemüse und den obenschwimmenden Schaum vorher grob herausfischen und das Sieb mit einem sauberen Tuch auslegen, bevor man die Brühe durchgießt.

In die so gewonnene Hühnerbrühe kommen nun entweder das gefrorene Suppengemüse oder eben das kleingeschnippelte, frische Gemüse der Wahl. Das ausgekochte Gemüse kann man natürlich auch wieder hineinschneiden, aber da der Geschmack daraus fast völlig ausgekocht wurde, lohnt das nicht.

Das Gemüse muss etwa 10-12min köcheln, bis es durch ist, aber eben noch Farbe hat. Kurz nachdem man das Gemüse hinzugefügt hat, kann man auch die Nudeln - am besten frische selbstgemachte! - dazuwerfen. Kurz vor Schluss kommt jetzt noch der Wodka bzw. der Wein mit ins Spiel...

Jetzt fügt man das kleingeschnittene Fleisch wieder hinzu, salzt ggf. noch etwas nach - je nach Vorliebe kann man dafür auch Sojasauce nehmen.

In die Teller oder Schüsseln streut man nun noch etwas frische, gehackte Petersilie, bevor man die Suppe einschenkt.

Das Rezept klappt auch prima mit einer Wildente, Fasan, Tauben oder anderem essbaren Federvieh, dessen Verzehr gesellschaftlich toleriert wird ;)

Als Variation kann man auch eine italienische Hühnersuppe zaubern. Also quasi eine Minnestrone auf Hühnchenbasis.

Dazu schält man 2-3 Knoblauchzehen, hackt sie sehr klein und dünstet sie zusammen mit sehr fein geschnittenen Zwiebelwürfeln (von einer kleinen Zwiebel) für 5-10min in etwas Olivenöl in dem zweiten Topf. Nun fügt man etwa 8-12 geschälte und kleingehackte Tomaten hinzu (statt Hollandtomaten lieber südländische Dosentomaten verwenden, falls zu sauer, mit einem halben TL Zucker ergänzen), ein paar Zweige Oregano, Rosmarin und 2-3 Salbeiblätter, lässt das kurz aufkochen und gießt etwa ein Achtel eines brauchbaren Barberas dazu. Nach etwa 5min gießt man die restliche Brühe auf, fügt Gemüse (lange grüne Bohnen, eine kleingeschnittene Fenchelknolle, Erbsen usw.) und das nicht zu klein geschnittene Fleisch dazu, würzt und serviert. (Vorher sollte man natürlich noch die Kräuterzweige herausnehmen.)